Vereinsgeschichte

Zu Beginn des Jahres 1960 wurde der Schachclub Miesenbach aus der Taufe gehoben. Obwohl schon mehrere Bürger dem faszinierendem Brettspiel folgten und es auch beherrschten, kam es erst Anfang 1960 zur Vereinsgründung. Nach den amtlichen Unterlagen des pfälzischen Schachbundes e.V. wurde der Schachclub Miesenbach während der Generalversammlung am 27.03.1960 in Neustadt/Wstr. aufgenommen. Von nun an konnte der SC Miesenbach an allen Turnieren und auch an den Rundenspielen der Mannschaften auf Pfalzebene teilnehmen. Der Verein wurde von folgenden Schachfreunden von der Gründung an geführt.

1.Vorsitzender Jakob Klein
2.Vorsitzender Wilhelm Vanselow
Spielleiter Anton Schnur
Schriftführer Hans Ritzmann
Kassenwart Hans Kühn
Jugendleiter Werner Weber
Beisitzer Helmut Braun jun.
Jugendsprecher Armin Müller

Bereits mit Abschluss des 2. Spieljahres 1961/62 konnte die 1. Meisterschaft errungen werden. Im nächsten Jahr konnte schon die 2. Mannschaft, bestehend fast nur aus Jugendspielern, gebildet werden. Auch diese Mannschaft konnte im ablaufenden Jahr der 1. Mannschaft in die Bezirksklasse folgen. Mit dem Schachfreund Anton Schnur hat man voll ins Schwarze getroffen. Er hat nicht nur am 1. Brett fast alle Spiele gewonnen, sondern hat der Jugend auch ein sehr gutes Training geboten, wobei ihm seine Erfahrungen aus seiner schachlichen Ausbildung in Bamberg, die in ganz Deutschland bekannt war, zugute kam.

Nach mehrjähriger Tätigkeit wurden im Vorstand und durch die Generalversammlung Veränderungen vorgenommen. Diese sahen so aus: Werner Weber wurde 2. Vorsitzen- der und Helmut Braun jun. betätigte sich als Jugendwart.

Mit Erringung der Meisterschaft in der Bezirksklasse wurde 1972 Jakob Klein zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Werner Weber wurde 1.Vorsitzender und Helmuth Braun jun. übernahm die Gesamtspielleitung.

1977 wurde die 1. Mannschaft, ohne Niederlage, Meister der Oberliga. Jedoch verpasste man in der Aufstiegsrunde den großen Schritt zur 2.Bundesliga.

In den 80er Jahren begann der Höhenflug des Schachclubs Miesenbach. Er verdrängte so erfolgsgewohnte Vereine wie Ludwigshafen, Frankenthal und Neustadt aus den Überschriften der Schachnachrichten. Ein neuer Stern am pfälzischen Schachhimmel war erschienen: der Schachclub Miesenbach.

1984 erfolgte der dann längst fällige Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Krone des Erfolges war 1985 die Erringung der Deutschen Pokalmeisterschaft, ein Erfolg, der anlässlich einer Feierstunde in Gegenwart des Präsidenten des Deutschen Schachbundes würdig gefeiert werden konnte. In dieser Blütezeit spielten für den Verein vier Mannschaften in der 2. Bundesliga, der Regionalliga Pfalz, der Bezirksklasse und der Kreisklasse A. Geheimnis des Erfolges war ein äußerst ruhiger Vorstand und eine vorbildliche Jugendarbeit. Eine Mischung aus talentierten Jugendspielern mit erfahrenen Routiniers war Grundlage der Erfolge.

Die berühmtesten Stützen der 80 Jahre waren:

Jürgen Graf, deutscher Jugendmeister 1981, Teilnehmer an Jugend- Europa- und Weltmeisterschaft 1982, FIDE-Meister (inzwischen internationaler Meister), Mitglied der deutschen Nationalmannschaft beim Mitropa-Cup 1981 und mehrmals berufen in die Jugend-Nationalmannschaft.

Ricky Lutz, deutscher Vize-Jugendmeister 1981, internationaler französischer Jugendmeister 1982, Pfalzmeister 1982 beim Erwachsenenschach und mehrer Berufungen in die Jugend-Nationalmannschaft.

Hans Janzer, Pfalz-Pokalsieger 1982, pfälzischer Vizemeister 1982.

Patrik Burkhart, mehrfacher Schüler- und Jugendmeister Pfalz und Rheinland-Pfalz, Bronze-Medaille bei der Deutschen Schülermeisterschaft 1982.

Fred Feibert, pfälzischer Blitzmeister und später noch dreimal Pfalzmeister.

Ralf Appel, deutscher A-Jugend-Meister im Schach 1989, später erfolgreicher Spieler in verschiedenen Bundesligamannschaften, der seine größte Sensation im Deutschland-Cup 1990 in Köln feierte.

Toni Sandmeier, Rheinland-Pfalz-Meister und immer vorne in allen Turnieren der Pfalz und von Rheinland-Pfalz in diesen Jahren.

Stefan Koch, ein pfälzischer Vize-Jugendmeister der A-Jugend mit weiteren schönen Erfolgen in der Folgezeit.

Wen wundert es, dass ein solch erfolgreicher Verein auch ein eigenes Vereinsheim geschaffen hat und die pfälzische Schachszene in den 80er Jahren bei den verschiedensten Meisterschaften, Turnieren, Open usw. beherrschte.

Mit den weiteren Spielern Peter Knick, Helmut Braun und Albert Ohnesorg brachte es diese Spitzenmannschaft bei den ersten Brettern auf einen Ingo-Durchschnitt von sage und schreibe 83. Leider hielt dieser Höhenflug des SC Miesenbach nicht bis in unsere Tage an. Berufliche Gründe, Wegzug einzelner Spieler, attraktive Angebote von Konkurrenzvereinen und vieles andere mehr waren die Gründe gewesen, dass der Verein auf dieser Woge des Erfolges nicht ewig schwimmen konnte.

So bleibt die Geschichte eines äußerst erfolgreichen Vereines, großes schachliches Engagement und eine ausgeprägte Jugendarbeit bis in die Gegenwart hinein und die Erinnerung an große Zeiten, wo man in der Pfalz sagen konnte: „Wer spielt bei uns das beste Schach, das ist der Schachclub Miesenbach.“